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Satire: Lehrers Alltag?

Jeden Morgen steht der Lehrer mit einem breiten Grinsen auf und freut sich auf die Schule. Schon im Schlaf dachte er darüber nach, was er mit den Schülern so tolles machen könnte.

Später auf dem Schulweg begegnet er den Schüler, die ihm herzlich und beglückt zuwinken und nachsehen. Der Lehrer selbst fühlt sich in solchen Momenten wie ein König.

Im Lehrerzimmer angekommen fängt das Schweigen an, das leiser ist als der Tod, denn kein Lehrer will preisgeben, was er heute alles tolles vor hat mit den Schülern. Insgeheim wollen nämlich alle Lehrer beliebtester und coolster Lehrer überhaupt sein. Nach kurzer Anrede des Direktors, der immer traurig und missgelaunt durch die Gänge schleicht, (man glaubt, er sei so missgelaunt, weil er nicht so angehimmelt wird wie seine Kollegen und sogar der Hausmeister. Weiter glaubt man, es liege daran, dass er Regeln und Pflichten eingeführt hat.) sprinten die Lehrer fast wörtlich durch die Gänge los, um möglichst als erster bei seiner Klasse zu sein. Die Klasse hat, während die Lehrer dem Direktor zuhören mussten, eine gebührende Ankunft organisiert. Sie stellten Kaffee und Kuchen auf den Lehrertisch, machten eine sinnliche Musik an und schauten nochmal schnell in ihre Schulbücher, damit nachher im Unterricht alles nur so flutscht, wenn abgefragt wird.

Wenig später kommt dann der Lehrer im Raum an und wird mit den aller schönsten Tönen, die Schüler bieten können, begrüßt. Der Lehrer setzt sich, lauscht der sinnlichen Musik, isst Kuchen und trinkt Kaffee. Die Klasse ist vollkommen leise und wartet gespannt auf den Beginn der Schulstunde. Sobald der Lehrer fertig ist, beginnt er mit dem Unterricht. Die Klasse arbeitet 100% mit und keiner von ihnen will aufspringen, als es klingelt. Und so ähnlich geht es die ganzen anderen restlichen Schulstunden weiter, der Lehrer bekommt Blumen, Schokolade und noch mehr Kuchen. Nur auf dem Gang bei der Begegnung mit anderen Lehrern ist große Verachtung zu erkennen.

Nach den ganzen Schulstunden gibt es noch eine von den verhassten Lehrerversammlungen. Doch als diese nach einer knappen Stunde endlich vorbei ist, sprinten die Lehrer fast wie zu den Unterrichtsstunden wörtlich zu ihren Autos, um möglichst schnell von ihren Rivalen wegzukommen.

Zuhause angekommen, ist der Lehrer total traurig, weil er jetzt so einsam ist und ihn niemand anhimmelt. Deswegen verkriecht er sich mit Diktat- und Matheheften und korrigiert. Der Lehrer freut sich auf morgen, um wieder angehimmelt zu werden. Er korrigiert, korrigiert und korrigiert, bis er mit seinem Bürostuhl umkippt und unter all seinen Heften einschläft.

Spruch

Zum Nachdenken

Das Wasser glitzert und funkelt,
nicht nur am hellen Tag, sondern auch im Dunkl'n.